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Georadar

Das Georadar ermöglicht die Erkundung des oberflächennahen Untergrundes mit hoher horizontaler und vertikaler Auflösung. Bei der Messung werden elektromagnetische Radarwellen in den Boden abgestrahlt, die von Störkörpern reflektiert oder gestreut werden. Die elektromagnetischen Wellen liegen im Megahertz (MHz) bis Gigahertzbereich (GHz).

Anwendungsbeispiele:

  • Ortung von Rohrleitungen, Kabeln und anderen anthropogenen Objekten (z. B. Fässer, Fundamente)
  • Ortung von Hohlräumen
  • Untersuchung von Sediment- und Bodenstrukturen
  • Nachweis von Störungen, Klüften und Rissen im Festgestein
  • Straßenzustandserfassung (Asphaltdicke, Unterbau)
  • Bauwerksuntersuchungen (Risse, Armierung)

Eindringtiefe: (stark abhängig vom Untergrund) bis 10 m


Georadarmessung mit 200 mgHz-Antenne

Georadarmessung mit 200 MHz-Antenne

Abhängig von Tiefe und Auflösung des zu untersuchenden Bereichs wird die geeignete Messfrequenz ausgewählt. Anschließend wird das Georadar entlang von Profilen über das Untersuchungsgebiet gezogen. Über einen Messrechner mit Display kann eine erste Auswertung der Daten bereits während der Messung stattfinden.




Beispiel für ein Radargramm

Beispiel für ein Radargramm

Das Ergebnis einer Georadarmessung ist ein Radargramm, in welchem Störkörper oder Schichten erkennbar sind, an denen die elektromagnetischen Wellen reflektiert werden. Das Beispiel zeigt die Lage eine anthropogene Aufschüttung, eine Stromleitung sowie eine Wechsellagerung von quartären Sanden und Tonen im Untergrund.


Prinzip der Georadarmessung

  1. Elektromagnetische Radarwellen werden in den Boden abgestrahlt.
  2. Diese Wellen werden von Objekten, z. B. metallische Störkörper, Rohrleitungen, Fundamente, Bauschutt oder auch Untergrundvariationen reflektiert und gestreut.
  3. Die reflektierten und gestreuten Wellen werden von dem Radar empfangen. Bei guten Bedingungen (schlecht leitende trockene Materialien) können mit der eingesetzten Antenne (200 bzw. 400 MHz) Eindringtiefen bis zu 10 m bei hoher lateraler und vertikaler Auflösung erreicht werden. Bei feuchten bzw. tonigen Böden mit hoher el. Leitfähigkeit ist die Eindringtiefe der Radarwellen sehr gering (einige dm), in trockenen, sandigen oder felsigen Böden ist sie hoch.
  4. Das Radargramm kann in Echtzeit auf dem Bildschirm des Gerätes betrachtet werden. Eine erste Auswertung ist somit schon vor Ort möglich.